Meine größte Schwäche: Ungeduld

Ob man will oder nicht, manchmal muss man sich auch mit seinen Schwächen auseinandersetzen. Und heute war meine größte Schwäche an der Reihe: Meine Ungeduld.

Tom, ein wirklich lieber Freund meiner Familie schenkte mir vor ein paar Jahren ein Schild, was ich als Teenager in seinem Haus bewundert hatte:

God grant me patience, but please hurry!

Damals fand ich den Spruch einfach nur witzig, zumal ich ihn als äußerst geduldig mit seinen drei kleinen Kindern kennengelernt hatte. Aber heute ist dieser Spruch in ein ganz anderes Licht gerückt worden.

Diese Woche bei Peggy Porschen haben wir gebacken. Gut, backen kann ich, das wird klappen, dachte ich.

Mein Konterpart in Sachen Geduld: Tori

Aber dann kam Tori mit Peggy´s Art, Teig und Buttercreme herzustellen und die Sache hatte einen echten Haken. Es dauerte. Man brauchte Geduld. Viel Geduld. Für einen Menschen wie mich, der faktisch sogar mit einem Minus in diesem Bereich ausgestattet ist, äußerst schwierig.

Das ganze Elend ging schon damit los, dass wir Tori erst einmal zuschauen sollten. Bereits beim Zuschauen dämmerte es mir, dass es eine harte Woche werden würde. Und als es dann endlich losging … zeigt sich meine größte Schwäche in ihrer ganzen Pracht.

Mit einer scheinbar endlosen Geduld liess sie tröpchenweise die verquirlten Eier in das Butterzucker-Gemisch laufen. Das sind 8 Eier schoß es mir durch den Kopf, das wird ewig dauern. Tat es dann auch, was meine Geduld schon stark strapazierte. Ich habe mich dann aber tapfer daran gemach, in gleicher fast schon meditatativer Art und Weise, den Teig zuzubereiten. Und glaube mir, das dauerte Stunden, Tage… Auch später als die Butter Unmengen von Puderzucker in sich aufnehmen sollte, um sich zu einer vorher noch nie dagewesenen Fluffigkeit aufzuschwingen, wurde meine Geduld wirklich überstrapaziert. Immer wenn ich hoffte, die Maschine hätte nun lange genug auf die weißer werdende Buttercreme eingeschlagen, kam Tori vorbei und sagte: „A bit longer“. Also wieder warten . Aaaahhh!

Aber nicht nur das Warten auf die perfekte Creme, die perfekte Ganache und all die anderen Dinge, für die ich diese Woche Geduld aufbringen sollte, stellten mich auf eine echte Probe. Tori selbst ist ein Ausbund an Gelassenheit und Geduld. Das zeigt sich besonders dann , wenn die gleiche, also ich meine exakt die gleiche Frage, von manchen Kursteilnehmern zum gefühlt 15ten Mal gestellt werden. Sie lächelt nur und beantwortet die Frage, natürlich völlig geduldig, wie schon zuvor und davor und davor… Absolut beneidenswert. Wie geht sowas?

Also Geduld habe ich trotz dieses Intensivworkouts diese Woche nicht gelernt. Dafür aber   viele tolle Tricks und Kniffe, die mir beim Backem in Zukunft äußerst hilfreich sein werden. Und diese ersten Ergebnisse können sich auch ohne Geduld doch sehen lassen.

Aber vielleicht sollte ich beim nächsten Mal ein Gedulsseminar buchen (falls es so etwas überhaupt gibt). Meine Mitmenschen würden es sicher begrüßen😂 Sicher scheint aber zu sein, dass Qualität und meine heißgeliebte Perfektion sich mit Geduld sehr gut verstehen, so dass es sich definitiv lohnen würde, „sich in Geduld zu üben“. Oder lieber doch den lieben Gott bitten…

Bis dahin bleibt kreativ

Eure Petra💕